Carsharing in Deutschland

Miete nicht ein Auto, miete dein Auto!

Carsharing oder doch lieber Mietwagen?

Was unterscheidet Carsharing vom klassischen Mietwagen?

Eine pauschale Aussage ist gar nicht so einfach, da sich die beiden Angebote gar nicht so leicht voneinander abgrenzen lassen und immer mehr Komponenten von dem einen Konzept in dem anderen mit aufgehen.

Das Carsharing-Angebot ist in der Regel ideal für eine Fahrt von kurze Dauer (z.B. nur zwei Stunden). Beim klassichen Mietwagenverleih ist in der Regel mindestens eine Tagesmiete fällig.
Während man beim Mietwagen meist bei Abgabe den Wagen volltanken (meist auf eigene Kosten), muss man dies bei Carsharing-Anbietern erst ab einem gewissen Tank-Füllstands-Unterschreitung (z.B. 25%) den Wagen wieder auftanken. Im Carsharing-Fahrzeug findet man dafür eine Tankkarte an der man oftmals an fast allen Tankstellen (DKV-Tankstellen oder westentliche große Tankstellen-Ketten) tanken kann - dies wird flexibel über die verbrauchten Kilometer abgerechnet. Bei Elektro-Fahrzeugen ist die Regelung bisher recht uneinheitlich.
Auch die Regelungen für den Selbstbehalt bei Carsharing und Mietwagen sind je nach Anbieter recht unterschiedlich. Hier lohnt sich ein genauerer Blick vor Abgabe einer Reservierung.

Wann eignet sich eher Carsharing?

  • Für zeitlich kurze Fahrten
  • Für räumlich geringere Distanzen
  • Wenn das Fahrzeug an der Entleih-Station auch wieder zurückgegeben werden kann
  • Spontanere Fahrten

Wann eignet sich eher ein Mietwagen?

  • Für längere Distanzen
  • Für zeitlich ausgedehntere Fahrten (z.B. die Fahrt in den Urlaub an die See)
  • Wenn Fahrt längere Zeit im Voraus absehbar ist
  • Wenn Ein-Weg-Fahrten (Abgabe an anderer Station als Entleih-Station) notwendig oder sinnvoll sind

Diese Ausagen sind zwar etwas pauschal, treffen aber die Bepreisung der meisten Anbieter im Kern.
Zwei einfache Beispiele: Für den sechs-stündigen Ausflug an den See mit knapp 30km in der kleinsten Fahrzeugklasse werden bei Flinkster z.Zt €25,50 fällig. Wer einen Monat im Voraus bei Buchbinder ein Überraschungs-Auto buchen würde könnte dies zwar aktuell für 27,50€; müsste jedoch den Benzin-Verbrauch aus eigener Tasche bezahlen. Je kürzer die Miet-Dauer ist, desto mehr geht die Tendenz in die Richtung, dass die Carsharing-Anbieter die günstigere Wahl sind.
Umgekehrt sind klassische Mietwagen-Anbieter dagegen oftmals für längere Mietdauer günstiger: Der kleinste Mietwagen bei Buchbinder die Woche für 115,29€ vs. 207€ für die Mini-Fahrzeug-Klasse bei Flinkster. Kilometer bzw. Benzin-Verbrauch kommen jedoch hierbei bei beiden Anbietern hinzu.

Sollte man nun einen Carsharing-Anbieter nutzen oder eher einen Mietwagen buchen?

Die politisch korrekte Antwort: Weder noch. Stattdessen ist es empfehlenswert:

  1. Das konkrete Angebot vor Ort (Ausgangs- und Zielort) prüfen
  2. Welche Angebote sind hier verfügbar und wie sind diese erreichbar; schließlich bringt das günstigste Leih-Auto nichts, wenn eine Taxi-Fahrt zur Leihstation einen großen Teil des Budgets verschlingt
  3. Alternative Fahrt-Szenarien durchspielen: Ist die Fahrt oder große Teile davon auch mit Bus, Bahn oder Mitfahr-Gelegenheiten durchführbar? Würde man dadurch ggfs. nur noch am Zielort einen Wagen benötigen - und dort ggfs. auch nicht die ganze Zeit?
  4. Die Leih-Zeiten überdenken. Wie realistisch sind diese? Lässt sich die Fahrt in günstigere Zeiträume verschieben? Ist das Ende der Fahrt-Dauer realistisch oder droht ein Stau ggfs. zu einer Kostenfalle zu werden?

Grundsätzlich muss man nicht das beste Angebot finden und stets nutzen. Man sollte nur nicht die ungünstigsten Angebote miteinander kombinieren.


Stationsgebundene Anbieter vorgestellt

Deutschlandweit betreiben viele Anbieter Carsharing. Für vier wesentliche Anbieter wurden nun kurze Vorstellungen verfasst:

  • Cambio, ein regional stark vertretener Carsharing Anbieter
  • Flinkster, der Carsharing-Ableger der deutschen Bahn
  • Greenwheels, ein mit dem VW-Konzern verflochtener Carsharing-Anbieter
  • Stadtmobil, ein Anbieter welcher oft in Kooperation mit Stadtwerken und anderen lokalen Initiativen das Carsharing betreibt

Zusätzlich gibt es für die ausschließlich regional tätigen Anbieter

ebenfalls kurze Anbieter-Beschreibungen.


Stadtteilauto nun integriert

Nun wurde Stadtteilauto importiert.

Nach dem diese Seite bisher die großen Anbieter-Netzwerke (Flinkster, Cambio, Stadtmobil) bereits darstellen konnte, war es an der Zeit die Kartendarstellungen um die Stationen von Stadtteilauto zu ergänzen. Stadtteilauto ist ein vergleichsweise kleiner Anbieter im Carsharing-Umfeld. Besonders erwähnenswert ist hierbei, dass es sich um einen der wenigen Carsharing-Anbieter neben Cambio handelt welcher die Auszeichnung den 'Blauen Engel' tragen darf. Dadurch verpflichtet sich der Anbieter gewisse ökologische Mindeststandards innerhalb der Fahrzeugflotte zu beachten. Die genauen Details zur Vergabe findet man beim Umweltbundesamt.

Stadtteilauto bietet sein Carsharing primär in Münster an. Aber auch in Hamm betreibt Stadtteilauto ein paar Stationen.

Tariflich bietet Stadtteilauto Monats-Abos an, welche zwischen 5€ und 15€ im Monat kosten. Im Gegenzug gibt es günstige bis kostenlose Fahrtzeit-Kontingente z.zgl. Kilometerpreise. Bei gelegentlicher Nutzung kann das Carsharing von Stadtteilauto beispielsweise günstiger sein als das von Flinkster. Da das jedoch von der individuellen Nutzung und der Verfügbarkeit vor Ort abhängt ist eine Bewertung immer im Einzelfall vorzunehmen.


Flinkster Preisanpassung 2020

Flinkster passt seine Preise an. Für die meisten wird das teuerer.

Der deutschlandweit größte Carsharing Anbieter passt seine Preise zum 04.03.2020 an. Für die Mehrheit aller Kunden dürfte es mit der Preisanpassung teurer werden. In einem Newsletter an alle Kunden kündigt Flinkster recht wortkarg seine Preisänderung an:
"Keine Angst, es fallen auch weiterhin keine monatlichen Kosten für dich an, egal wann und wie oft du Flinkster nutzt. Bitte informiere dich rechtzeitig über unsere neuen Preise."
Darunter gibt es einen Link zu den neuen Preis- und Leistungsverzeichnissen. Doch was ändert sich überhaupt?

Für Privatkuden ändert sich einiges: Es gibt nur noch 5 statt 7 Fahrzeugklassen. Die Fahrzeugklassen "Ober" und "Luxus" fallen weg. Diese Fahrzeuge waren ohnehin eine kleine Minderheit der Fahrzeuge.
Es gibt weiterhin die Fahrzeugklassen "Mini", "Klein", "Kompakt", "Mittel" und "Transporter". Die Preistabelle teilt den Tat nun von 22-6 Uhr (eine Art Nachttarif) und in 6 - 22 Uhr (eine Art Tagestarif) auf. Bisher ging der Zeitintervall bis 8 Uhr morgens. Der Tagestarif wird für die "Mini"-Klasse deutlich teurer: 3 Euro kostet nun hier die Stunde anstelle von den bisherigen 2,30€/Stunde. Günstiger wird hingegen die Tagesmiete für den 1. Tage diese sinkt von 39€ auf 33€.

Die wesentlichste Änderung: Die Verbrauchspauschale erhöht sich auf:

  • für die Fahrzeugklassen Mini und Klein 0,25€/km (bisher 0,18€/km)
  • für die Fahrzeugklasse Kompakt 0,26€/km (bisher 0,18€/km)
  • für die Fahrzeugklasse Mittel 0,30€/km (bisher 0,20€/km)
  • für die Fahrzeugklasse Transporter 0,30€/km (bisher 0,20€/km)

Was beduetet das für ein paar Szenarien:

  • Für 7 Stunden tagsüber an den See mit knapp 30km in der Mini-Fahrzeugklasse: neu €28,5 bisher: €21,80
  • Für 12 Stunden in der Kompakt-Klasse 120km unterwegs: neu €91,20 bisher €81,60

Günstiger wird es für diejenigen, welche in der kleinsten Fahrzeugklasse mehr als 17 Stunden unterwegs sind und dabei nicht mehr als 85km fahren.

  • Beispiel: 18 Stunden unterwegs mit 40km: neu €43,00 bisher €46,20

Gerade in der kleinsten Fahrzeugkategorie lassen sich jedoch nur an wenigen Standorten Fahrzeuge finden. Immerhin nennt Flinkster nun als Beispiel für die kleinste Fahrzeugklasse auch als Beispielfahrzeug einen VW Up zusäztlich zu dem Toyota Aygo, sodass gegebenenfalls sich auch die Fahrzeugzuordnungen zu den Klassen mit der Preisanpassung oder auch langfristig zugunsten der Kunden entwickeln könnten. Aussagen hierüber wird man jedoch frühestens zum Einsetzen der Preisanpassung treffen können.

Bei den Gebühren ändert sich auch etwas: Buchen, Ändern, Stornieren per Telefon kostet nun 4€ statt 1,50€. Per App oder im Browser jedoch weiterhin wie gewohnt gebührenfrei.
Während die Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten bisher nur 5€ kostete werden nun satte 20€ fällig. Damit wird ein kleines Knöllchen gegebenenfalls mit dem Flinkster-Wagen ggf. doppelt so teuer.
Verschmutzung/Rauchen kostet nun "nach Aufwand", mindestens jedoch 25€ anstelle der bisherigen pauschalen 25€.
Der Service-Techniker kostet nun 30€/30Min anstelle von 25€/Stunde.

Und dennoch: Carsharing rechnet sich immer noch. Von demher können viele sporadische Nutzer diese Preiserhöhung sehr gelassen hinnehmen.


Stattauto München ist nun auf der Kartendarstellung

Hallo Stattauto München.

München ist eine Stadt mit einem sehr großen Carsharing-Angebot. Ironischerweise konnte man für die Stadt München bisher bei der Kartendarstellung denken, dass dies nicht so ist. Bisher waren für eine große Stadt wie München auf dieser Webseite nur knapp unter 60 Carsharing-Stationen verzeichnet.
Auch wenn diese Webseite nicht den Anspruch vertritt jegliche Station innerhalb Deutschlands zu verzeichnen, so ist eine möglichst große Abdeckung in allen Städten und Regionen dennoch ein Ziel.

Daher wurde nun der Anbieter Stattauto München in den Kartendarstellungen für die einzelnen Carsharing-Stationen in Deutschland hinzugefügt. Der Anbieter ist in München und den benachbarten Orten aktiv.
Stattauto betreibt konventionelles Carsharing. Das heißt: Das Auto wird an einer Station ausgeliehen und wieder an dieser zurückgegeben.
Preislich ist der Anbieter für Nutzer mit einer mindestens sporadischen Nutzung interessant. Es wird standardmäßig eine Kaution in Höhe von 500€ erhoben dazu kommen Aufnahmegebühr (40€) und monatliche Grundgebühr (6€). Reguläre ÖPNV-Abbonnenten der MVV erhalten auf Kaution und Aufnahmegebühr 50% Rabatt. Im Gegenzug profitieren Nutzer von günstigen Zeitpreisen in Höhe von 0,80 - 2,30€/Std in der kleinsten Fahrzeugklasse. Details zu den Preisen liefert Stattauto auf seiner Tarife-Seite.


Ist Carsharing schon tot?

Verdient kein Carsharing-Anbieter Geld?

Mazda stieg Ende 2019 aus dem deutschen Carsharing-Geschäft aus, Audi stoppt seinen Verleih-Dienst in Ingolstadt und die Süddeutsche-Zeitung verlautet eher eine Maue Bilanz für Carsharing-Betreiber.
Verdient irgendjemand am Carsharing konkret Geld? Wie messerscharf sin die Margen in der Branche?

Konkrete Zahlen sucht man in der Branche vergebens. Etwas Einblick, gibt Cambio, einer der größeren Carsharing-Anbieter in Deutschland, in einem Blog-Eintrag: Man schreibe seit 15 Jahren schwarze Zahlen. Wie hoch konkret die Marge jedoch ist, schreibt man jedoch nicht. Interessanterweise wiederlegt man jedoch mit dem Beitrag eine im Beitrag verlinkte Studie, welche die Wirtschaftlichkeit von Carsharing abseits von dichtbesiedelten Metropol-Regionen abstreitet.

Auch andere Anbieter sind optimistischer: Ein vergleichsweise neuer Free-Floating-Anbieter namens Miles plant in Kürze profitabel zu operieren. Weshare expandiert und startet in Städten außerhalb Berlins. So unlukrativ und totgesagt wie man beim Lesen der einen oder anderen Meldung glauben kann, ist der Carsharing-Markt dann wohl doch nicht.


Mazda stellt seinen Carsharing-Dienst Ende 2019 ein

Was bedeutet das Mazda-Carsharing-Aus?

Mazda bot bis zum Ende 2019 ein eigenes Carsharing-Angebot an. Mazda war als Anbieter nur kurze Zeit im Markt atkiv. 2018 hatte man an 250 Standorten knapp 850 Fahrzeuge zur Verfügung.

Mazda war nach unserer eigenen Auswertung in knapp unter 80 Städten aktiv. Darunter auch viele kleinere Städte und Standorte abseits von Innenstadt-Lagen. Die Lagen in Wohn- und Gewerbegebieten war primär auf eine Kooperation mit der Handelskette Lidl zurückzuführen. Viele größere Anbieter sind genau in gegenläufigen Gebieten aktiv: Die Innenstädte von deutschen Großstädten werden durch verschiedene Free-Floating Anbieter neben den stationären Anbietern recht exessiv bedient. Ironischerweise insbesondere in Gebieten mit einem vergleichsweise guten ÖPNV Angebot.
Unter diesem Gesichtspunkt hat das Angebot von Mazda den Markt sicherlich um ein größeres Angebot in der Fläche bereichert, welches wenn auch nicht ausschließlich vergleichsweise unattraktive Lagen bediente. Dies war mutmaßlich wohl auch wirtschaftlich dauerhaft unattraktiv. Zumindest wurde der Carsharing-Dienst Mazda sehr schnell wieder eingestellt.
Die Kooperation mit Lidl hatte zwar den Ausbau in der Fläche schnell hochgezogen; die Nachfrage war aber bescheiden. Ich persönlich hatte im Vorbeigehen bei einer Lidl-Filiale an welcher zwei der Mazda-Carsharing Autos standen nie einen Ausleih-Vorgang mitbekommen oder die Abwesenheit eines Fahrzeugs mitbekommen. Ob nun die sportlich motorisierten Fahrzeuge sinnvoll gewesen sind um an Supermarkt-Parkplätzen die Einkäufe nach Hause zu fahren oder eine gute Ergänzung zum ÖPNV darstellen darf bezweifelt werden; zumindest ergab sich aus den gewählten Standorten kein Muster, welches auf eine günstige ÖPNV-Anbindung hindeutete. Und dennoch ist die Einstellung des Mazda Carsharing-Dienstes ein kleiner Verlust für den Carsharing-Markt; ein Anbieter weniger, der Flagge zeigt für eine Carsharing-Mobilität abseits von Innenstädten der Metropol-Regionen und Studenten-Städten.

Ein Trost bleibt: Das Carsharing-Angebot in vielen Städten ist für viele Standorte weiterhin vorhanden und teilweise gibt es auch in einigen kleineren Städten ein überaus großes Carsharing-Angebot.

An folgenden Standorten war Mazda aktiv, jedoch kein direktes Alternativ-Angebot in dem dein-carsharing.de in direkter Umgebung:

  • Ansbach: Lidl Filiale, Ansbach und Lidl Filiale, Ansbach-Neuses
  • Biberach an der Riß: i Live - Junges Wohnen, Biberach an der Riß
  • Bornheim - Autohaus TLS
  • Burscheid: Lidl Filiale, Burscheid
  • Dorfmark: Lidl Filiale, Braunschweig-Wabe-Schunter-Beberbach
  • Erftstadt: Autohaus Schmitz und Zinke, Erftstadt & Parkplatz Rathaus, Erftstadt
  • Gelsenkirchen: Lidl Filiale, Gelsenkirchen-Bismark & Lidl Filiale, Gelsenkirchen-Hesseler
  • Hallbergmoos: Parkplatz Theresienstraße, Hallbergmoos
  • Herne: Lidl Filiale, Herne-Baukau-Ost
  • Holzwickede: Lidl-Filiale, Holzwickede
  • Kaiserlsautern: Lidl Filiale, Kaiserslautern-Grübentälchen
  • Landshut: Lidl Filiale, Landshut-Löschenbrand
  • Landshut: Lidl Filiale, Landshut-Piflas
  • Lohmar: Lidl Filiale, Lohmar
  • Ludwigshafen am Rhein: Lidl Filiale, Ludwigshafen-West
  • Mühlheim: Classic Tankstelle, Mühlheim & Lidl Filiale, Mülheim Holthausen
  • Neu-Ulm: i Live - Campus Village, Neu-Ulm
  • Plauen: Autohaus Müller
  • Torgau: HEM Tankstelle, Torgau & SÜBA - Turm, Torgau
  • Villingen: Classic Tankstelle, Villingen

In etwa 60 weiteren Städten war Mazda ebenfalls aktiv; in diesen Städten gibt es jedoch an den dein-carsharing.de bekannten weiterhin ein ähnliches Angebot.