Für einen Aufenthalt im Fichtelgebirge suchte ich nach einem passenden Mietwagen oder einem Carsharing-Angebot. Die Idee war mit dem Zug ins Fichtelgebierge zu fahren und vor Ort einen Mietwagen zu nehmen oder ein Carsharingangebot zu nutzen.

Das Auffinden eines Carsharing-Anbieters erwies sich gar nicht so einfach. Eine mir unbekannte Region, unbekannte Carsharing-Stationen. Da ich keinen Account bei einem der Carsharing-Anbieter hatte, klapperte ich die Seiten der verschiedenen Carsharing-Anbieter ab. Für meine Suche war es hilfreich die Standorte der gängigen, überregionalen Carsharing-Anbieter-Netzwerke (Flinkster, Cambio, Stadtmobil, Greenwheels und Mazda) systematisch zu speichern und auszuwerten.

Anders formuliert: Wo finde ich vor Ort die nächste Carsharing-Station? Diese Frage wollte ich für mich beantworten und dachte, dies ist vielleicht auch für dich nützlich.

Bisher liste ich für jede Stadt mit überregionalen Carsharing-Angeboten in Deutschland die einzelnen Stationen auf. So sieht man auf einer Karte, wo sich die Carsharing-Stationen in einer Stadt befinden. Mit einem Klick auf die entsprechende Station wird einem der Name der Station inkl. des jeweiligen Betreibers angezeigt. Da die Bahnhöfe und ÖPNV-Haltestellen auch im Kartenmaterial sichtbar sind, lassen sich leichter Routen und Reisen planen.

Ich persönlich hatte beim Auslesen der Datenbasis diverse neue Erkenntnisse: Es gibt teilweise größere Carsharing-Angebote in Städten von denen ich bisher noch nie gehört habe. Nicht nur in Berlin und Hamburg tummeln sich Carsharing-Anbieter. Ein großes Angebot gibt es durchaus auch in vielen Studentenstädten wie Aachen, Bamberg oder Passau. Abgesehen von größeren Teilen Bayerns und Nord-Ost-Deutschland gibt es in vielen Regionen zumindest in benachbarten Städten ein entsprechendes Carsharing-Angebot. Von dem her kann aus meiner Sicht das nächste Carsharing-Abenteuer kommen.

Beste Grüße Fabian

Stadtteilauto nun integriert

17 Februar 2020

Nun wurde Stadtteilauto importiert.

Nach dem diese Seite bisher die großen Anbieter-Netzwerke (Flinkster, Cambio, Stadtmobil) bereits darstellen konnte, war es an der Zeit die Kartendarstellungen um die Stationen von Stadtteilauto zu ergänzen. Stadtteilauto ist ein vergleichsweise kleiner Anbieter im Carsharing-Umfeld. Besonders erwähnenswert ist hierbei, dass es sich um einen der wenigen Carsharing-Anbieter neben Cambio handelt welcher die Auszeichnung den 'Blauen Engel' tragen darf. Dadurch verpflichtet sich der Anbieter gewisse ökologische Mindeststandards innerhalb der Fahrzeugflotte zu beachten. Die genauen Details zur Vergabe findet man beim Umweltbundesamt.

Stadtteilauto bietet sein Carsharing primär in Münster an. Aber auch in Hamm betreibt Stadtteilauto ein paar Stationen.

Tariflich bietet Stadtteilauto Monats-Abos an, welche zwischen 5€ und 15€ im Monat kosten. Im Gegenzug gibt es günstige bis kostenlose Fahrtzeit-Kontingente z.zgl. Kilometerpreise. Bei gelegentlicher Nutzung kann das Carsharing von Stadtteilauto beispielsweise günstiger sein als das von Flinkster. Da das jedoch von der individuellen Nutzung und der Verfügbarkeit vor Ort abhängt ist eine Bewertung immer im Einzelfall vorzunehmen.

Flinkster Preisanpassung 2020

05 Februar 2020

Flinkster passt seine Preise an. Für die meisten wird das teuerer.

Der deutschlandweit größte Carsharing Anbieter passt seine Preise zum 04.03.2020 an. Für die Mehrheit aller Kunden dürfte es mit der Preisanpassung teurer werden. In einem Newsletter an alle Kunden kündigt Flinkster recht wortkarg seine Preisänderung an:
"Keine Angst, es fallen auch weiterhin keine monatlichen Kosten für dich an, egal wann und wie oft du Flinkster nutzt. Bitte informiere dich rechtzeitig über unsere neuen Preise."
Darunter gibt es einen Link zu den neuen Preis- und Leistungsverzeichnissen. Doch was ändert sich überhaupt?

Für Privatkuden ändert sich einiges: Es gibt nur noch 5 statt 7 Fahrzeugklassen. Die Fahrzeugklassen "Ober" und "Luxus" fallen weg. Diese Fahrzeuge waren ohnehin eine kleine Minderheit der Fahrzeuge.
Es gibt weiterhin die Fahrzeugklassen "Mini", "Klein", "Kompakt", "Mittel" und "Transporter". Die Preistabelle teilt den Tat nun von 22-6 Uhr (eine Art Nachttarif) und in 6 - 22 Uhr (eine Art Tagestarif) auf. Bisher ging der Zeitintervall bis 8 Uhr morgens. Der Tagestarif wird für die "Mini"-Klasse deutlich teurer: 3 Euro kostet nun hier die Stunde anstelle von den bisherigen 2,30€/Stunde. Günstiger wird hingegen die Tagesmiete für den 1. Tage diese sinkt von 39€ auf 33€.

Die wesentlichste Änderung: Die Verbrauchspauschale erhöht sich auf:

Was beduetet das für ein paar Szenarien:

Günstiger wird es für diejenigen, welche in der kleinsten Fahrzeugklasse mehr als 17 Stunden unterwegs sind und dabei nicht mehr als 85km fahren.

Gerade in der kleinsten Fahrzeugkategorie lassen sich jedoch nur an wenigen Standorten Fahrzeuge finden. Immerhin nennt Flinkster nun als Beispiel für die kleinste Fahrzeugklasse auch als Beispielfahrzeug einen VW Up zusäztlich zu dem Toyota Aygo, sodass gegebenfalls sich auch die Fahrzeugzuordnungen zu den Klassen mit der Preisanpassung oder auch langfristig zugunsten der Kunden entwickeln könnten. Aussagen hierüber wird man jedoch frühestens zum Einsetzen der Preisanpassung treffen können.

Bei den Gebühren ändert sich auch etwas: Buchen, Ändern, Stornieren per Telefon kostet nun 4€ statt 1,50€. Per App oder im Browser jedoch weiterhin wie gewohnt gebührenfrei.
Während die Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten bisher nur 5€ kostete werden nun satte 20€ fällig. Damit wird ein kleines Knöllchen gegebenfalls mit dem Flinkster-Wagen ggf. doppelt so teuer.
Verschmutzung/Rauchen kostet nun "nach Aufwand", mindestens jedoch 25€ anstelle der bisherigen pauschalen 25€.
Der Service-Techniker kostet nun 30€/30Min anstelle von 25€/Stunde.

Und dennoch: Carsharing rechnet sich immer noch. Von demher können viele sporadische Nutzer diese Preiserhöhung sehr gelassen hinnehmen.

Stattauto München ist nun auf der Kartendarstellung

05 Februar 2020

Hallo Stattauto München.

München ist eine Stadt mit einem sehr großen Carsharing-Angebot. Ironischerweise konnte man für die Stadt München bisher bei der Kartendarstellung denken, dass dies nicht so ist. Bisher waren für eine große Stadt wie München auf dieser Webseite nur knapp unter 60 Carsharing-Stationen verzeichnet.
Auch wenn diese Webseite nicht den Anspruch vertritt jegliche Station innerhalb Deutschlands zu verzeichnen, so ist eine möglichst große Abdeckung in allen Städten und Regionen dennoch ein Ziel.

Daher wurde nun der Anbieter Stattauto München in den Kartendarstellungen für die einzelnen Carsharing-Stationen in Deutschland hinzugefügt. Der Anbieter ist in München und den benachbarten Orten aktiv.
Stattauto betreibt konventionelles Carsharing. Das heißt: Das Auto wird an einer Station ausgeliehen und wieder an dieser zurückgegeben.
Preislich ist der Anbieter für Nutzer mit einer mindestens sporadischen Nutzung interessant. Es wird standardmäßig eine Kaution in Höhe von 500€ erhoben dazu kommen Aufnahmegebühr (40€) und monatliche Grundgebühr (6€). Reguläre ÖPNV-Abbonnenten der MVV erhalten auf Kaution und Aufnahmegebühr 50% Rabatt. Im Gegenzug profitieren Nutzer von günstigen Zeitpreisen in Höhe von 0,80 - 2,30€/Std in der kleinsten Fahrzeugklasse. Details zu den Preisen liefert Stattauto auf seiner Tarife-Seite.

Ist Carsharing schon tot?

27 Januar 2020

Verdient kein Carsharing-Anbieter Geld?

Mazda stieg Ende 2019 aus dem deutschen Carsharing-Geschäft aus, Audi stoppt seinen Verleih-Dienst in Ingolstadt und die Süddeutsche-Zeitung verlautet eher eine Maue Bilanz für Carsharing-Betreiber.
Verdient irgendjemand am Carsharing konkret Geld? Wie messerscharf sin die Margen in der Branche?

Konkrete Zahlen sucht man in der Branche vergebens. Etwas Einblick, gibt Cambio, einer der größeren Carsharing-Anbieter in Deutschland, in einem Blog-Eintrag: Man schreibe seit 15 Jahren schwarze Zahlen. Wie hoch konkret die Marge jedoch ist, schreibt man jedoch nicht. Interessanterweise wiederlegt man jedoch mit dem Beitrag eine im Beitrag verlinkte Studie, welche die Wirtschaftlichkeit von Carsharing abseits von dichtbesiedelten Metropol-Regionen abstreitet.

Auch andere Anbieter sind optimistischer: Ein vergleichsweise neuer Free-Floating-Anbieter namens Miles plant in Kürze profitabel zu operieren. Weshare expandiert und startet in Städten außerhalb Berlins. So unlukrativ und totgesagt wie man beim Lesen der einen oder anderen Meldung glauben kann, ist der Carsharing-Markt dann wohl doch nicht.

Mazda stellt seinen Carsharing-Dienst Ende 2019 ein

26 Januar 2020

Was bedeutet das Mazda-Carsharing aus?

Mazda bot bis zum Ende 2019 ein eigenes Carsharing-Angebot an. Mazda war als Anbieter nur kurze Zeit im Markt atkiv. 2018 hatte man an 250 Standorten knapp 850 Fahrzeuge zur Verfügung.

Mazda war nach unserer eigenen Auswertung in knapp unter 80 Städten aktiv. Darunter auch viele kleinere Städte und Standorte abseits von Innenstadt-Lagen. Die Lagen in Wohn- und Gewerbegebieten war primär auf eine Kooperation mit der Handelskette Lidl zurückzuführen. Viele größere Anbieter sind genau in gegenläufigen Gebieten aktiv: Die Innenstädte von deutschen Großstädten werden durch verschiedene Free-Floating Anbieter neben den stationären Anbietern recht exessiv bedient. Ironischerweise insbesondere in Gebieten mit einem vergleichsweise guten ÖPNV Angebot.
Unter diesem Gesichtspunkt hat das Angebot von Mazda den Markt sicherlich um ein größeres Angebot in der Fläche bereichert, welches wenn auch nicht ausschließlich vergleichsweise unattraktive Lagen bediente. Dies war mutmaßlich wohl auch wirtschaftlich dauerhaft unattraktiv. Zumindest wurde der Carsharing-Dienst Mazda sehr schnell wieder eingestellt.
Die Kooperation mit Lidl hatte zwar den Ausbau in der Fläche schnell hochgezogen; die Nachfrage war aber bescheiden. Ich persönlich hatte im Vorbeigehen bei einer Lidl-Filiale an welcher zwei der Mazda-Carsharing Autos standen nie einen Ausleih-Vorgang mitbekommen oder die Abwesenheit eines Fahrzeugs mitbekommen. Ob nun die sportlich motorisierten Fahrzeuge sinnvoll gewesen sind um an Supermarkt-Parkplätzen die Einkäufe nach Hause zu fahren oder eine gute Ergänzung zum ÖPNV darstellen darf bezweifelt werden; zumindest ergab sich aus den gewählten Standorten kein Muster, welches auf eine günstige ÖPNV-Anbindung hindeutete. Und dennoch ist die Einstellung des Mazda Carsharing-Dienstes ein kleiner Verlust für den Carsharing-Markt; ein Anbieter weniger, der Flagge zeigt für eine Carsharing-Mobilität abseits von Innenstädten der Metropol-Regionen und Studenten-Städten.

Ein Trost bleibt: Das Carsharing-Angebot in vielen Städten ist für viele Standorte weiterhin vorhanden und teilweise gibt es auch in einigen kleineren Städten ein überaus großes Carsharing-Angebot.

An folgenden Standorten war Mazda aktiv, jedoch kein direktes Alternativ-Angebot in dem dein-carsharing.de in direkter Umgebung:

In etwa 60 weiteren Städten war Mazda ebenfalls aktiv; in diesen Städten gibt es jedoch an den dein-carsharing.de bekannten weiterhin ein ähnliches Angebot.